Bericht zur Konferenz “International Perspectives on School Quality and Teacher Education”

Vortrag über das SQTE-Projekt
26/03/2019
Bericht über das SQTE-Projekt in der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“
27/03/2019

Bericht zur Konferenz “International Perspectives on School Quality and Teacher Education”

Im Rahmen des SQTE-Projektes wurde in einer Kooperation zwischen der Universität Oxford und der Universität Salzburg eine internationale Konferenz mit führenden Wissenschaftler/innen aus dem Bereich der Schuleffektivitätsforschung und der Lehrerbildungsforschung organisiert.

Von 26. bis zum 27. März fand an der School of Education der Universität Salzburg eine internationale Konferenz zum Thema „International Perspectives on School Quality and Teacher Education“ statt. Die Tagung wurde von Ulrike Greiner, Burkhard Gniewosz und Roland Bernhard initiiert und im Rahmen einer bestehenden Kooperation mit der Universität Oxford organisiert.

Auf der Konferenz tauschten sich international führende Wissenschaftler/innen, die in den Feldern Schulqualität und Lehrer/innenbildung aktiv sind, darüber aus, wie Qualität in Schulen entwickelt werden kann und welche Zugänge in der der Aus- und Fortbildung von Lehrpersonen und Schulleiter/innen den Prozess der Qualitätsentwicklung im Schulwesen begünstigen.

Am 26.3 stand das Thema Schulqualität im Mittelpunkt des Interesses. Nach einleitenden Worten durch Vizerektor Erich Müller (Universität Salzburg), steckte Pam Sammons (Universität Oxford) in der ersten Keynote das Feld „School Effectiveness and Improvement Research“ ab und präsentierte zentrale Ergebnisse ihrer jahrzehntelangen Forschungstätigkeit. Den zweiten Vortrag der Tagung hielt Monika Mincu (Universität Turin). Sie berichtete über ihre Forschungen zum Zusammenhang von Schulqualität und Lehrer/innenbildung in Italien. Roland Bernhard (Universität Salzburg), der derzeit als Gastforscher an der Universität Oxford die Qualitätsverbesserungen in Schulen in London beforscht, stellte erste qualitative Befunde vor. Hermann Astleitner (Universität Salzburg) behandelte das Thema Schuleffektivität aus theoretischer Perspektive und sprach sich für eine stärkere theoretische Fundierung der Schuleffektivitätsforschung aus. In einem Beitrag von Michael Bruneforth und Ann Cathrice George (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesens) wurde die Frage nach der Effektivität von Schulen aus der Sicht des Bildungsmonitorings gestellt und das Potential von Schulqualitätsentwicklung durch standardisierte Testungen besprochen. Die zweite Keynote des Tages von Christiane Spiel (Universität Wien) behandelte die so entscheidende Frage, wie aus der Sicht der Implementationsforschung die wissenschaftlichen Ergebnisse in die Schulpraxis eingehen können und wie die zahlreichen Hindernisse auf diesem Weg potenziell überwunden werden könnten.

Zentrale Protagonisten für die Umsetzung von Schulqualität in der Praxis sind die Lehrpersonen, deren Aus- und Fortbildung am zweiten Tag der Konferenz im Mittelpunkt des Interesses stand. In der ersten Keynote sprach Katharine Burn (Universität Oxford) über die Notwendigkeit, Lehrpersonen im Rahmen ihrer Aus- und Fortbildung mit Forschung zu konfrontieren und Ihnen Wege aufzuzeigen, ihr Handeln in der Schule an wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten. Claudia Schreiner (Universität Innsbruck) betonte die Notwendigkeit der Verwendung von Daten durch Schulleiter/innen und Lehrpersonen und die damit zusammenhängenden Potentiale für die Lehrer/innenbildung. Hazel Hagger und John Furlong (Universität Oxford) berichteten über eine von ihnen durchgeführte Neuorganisierung der Lehrer/innenbildung in Wales und den damit in Zusammenhang stehenden Versuch, eine stärkere Forschungsorientierung einzuführen. In der letzten Keynote sprach Kari Smith (Universität Trondheim) über fruchtbare Kooperationen zwischen schulbasierter und universitätsbasierter Lehrer/innenbildung und über die diesbezügliche Notwendigkeit einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

“Im Rahmen der Konferenz zeigte sich, dass die beiden Forschungsbereiche Schulqualität und Lehrer/innenbildung in der Bildungswissenschaft noch wenig aufeinander bezogen sind und dass eine weitere Integration vielversprechend scheint. Die Konferenz markierte in dieser Hinsicht einen Startschuss für weitere internationale Forschungskooperationen zu den besprochenen Themen, die im Anschluss an die Tagung vereinbart wurden.” (Roland Bernhard)